Ein Trainer wirft die Frage nach der Belastung in die Runde, und plötzlich wird klar: Viele verstehen die englische Woche noch immer als lässige Trainingsphase. Nicht so. Hier geht es um feine Kalkulation, nicht um lockeres Rumgammeln.
Stell dir vor, du drehst ein Rad. Jeder Spalt ist ein Spieler, jeder Spieler ein Lastpaket. Wenn du das Rad zu schnell drehst, schießt das Paket ab – das ist das Risiko, das du im Training siehst. Und ja, die Belastungsintensität ist dabei das Herzstück.
Hier ein kurzer Überblick: Herzfrequenzvariabilität, Laktatwerte, subjektives Belastungsrating (RPE). Nimm sie wie GPS‑Koordinaten. Ignorierst du sie, läufst du blind durch den Sturm. Und das geht nicht.
Erstelle einen wöchentlichen Belastungs‑Chart. Notiere die absoluten Zahlen, aber auch das „Wie“. Der Unterschied zwischen „muss ich kämpfen“ und „kann ich locker laufen“ ist entscheidend. Und: Der Chart muss visualisiert sein, nicht in einer Excel‑Tabelle, sondern als Whiteboard‑Poster im Clubraum.
Ein Spieler, ein Plan. Nicht irgendein Standard‑Plan, sondern ein Plan, der die aktuelle Form, das Verletzungs‑Profil und die mentale Bereitschaft berücksichtigt. Das ist kein Wunschdenken, das ist Daten‑gesteuertes Coaching.
Durch den Einsatz von GPS‑Tracking kannst du Kilometer, Beschleunigungen und Verzögerungen messen. Kombiniere das mit dem subjektiven Feedback – das Ergebnis ist eine präzise Belastungs‑Kurve. Und wenn du das nicht machst, verlierst du das Spiel von vornherein.
„Einfach das Training erhöhen, das macht stärker.“ – Falsch. Zu hohe Rotation führt zu kumulativer Erschöpfung, das heißt, die Spieler fallen im Match aus. „Wiederholung ist alles.“ – Nein, Qualität vor Quantität. Die Belastung muss moduliert werden, sonst gibt’s Burn‑out.
Erstelle ein 3‑Stufen‑Modell: Leicht, Mittel, Schwer. Wechsle täglich zwischen den Stufen, aber nie ohne klare Vorgaben. Beim leichten Tag stehen Technik und Beweglichkeit im Vordergrund. Der mittlere Tag ist das Herzstück – intensives Intervalltraining, aber mit klaren Pausen. Der schwere Tag? Nur einmal pro Woche, und das nur, wenn die Daten es rechtfertigen.
Und ein letzter Hinweis: Lass die Spieler ihr eigenes Belastungsprotokoll führen. Wenn du das nicht kontrollierst, kontrolliert das System dich.
Setz dir heute ein Ziel: Erstelle einen Belastungs‑Chart für die kommende englische Woche und teile ihn mit dem gesamten Trainerteam. Sobald das Tool steht, beginnt die echte Arbeit. Jetzt.
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