Hier ein kurzer Aufschlag: TS% misst jeden Wurf, den ein Spieler in seinen Score einbringt – nicht nur den Feldwurf, nicht nur den Freiwurf, sondern die komplette Offensiv-Performance. Das ist der Unterschied zwischen einem reinen Scharfschützen und einem Vollprofi, der jede Möglichkeit nutzt, Punkte zu erzielen.
Jetzt kommt das Problem: FG% kann dich in die Irre führen, weil es nur die Feldwürfe zählt. Denk an ein Team, das viele Dreier wirft, aber kaum an den Freiwürfen arbeitet. Die FG% steigt, doch das Scoring-Potenzial bleibt verborgen. Und wenn ein Spieler 80 % aus der Nähe wirft, aber selten an die Linie kommt – das sieht in der FG% super aus, während sein echter Beitrag zum Teamscore minimal bleibt.
Guck, das ist wie ein Auto, das nur den Tachometer misst, aber keinen Spritverbrauch. Du siehst die Geschwindigkeit, nicht die Effizienz. Genau das passiert, wenn du nur auf FG% fixierst.
Formel? Kein Hexenwerk: TS% = Punkte ÷ (FGA + 0,44·FTA). Der Faktor 0,44 ist da, weil nicht jeder Freiwurf ein kompletter Wurf ist – ein bisschen Wiege‑Effekt, um die Realität abzubilden. So fließen Feldwurf‑Versuche, Freiwurf‑Versuche und tatsächlich erzielte Punkte in eine einzige Kennzahl ein.
Und hier ein Vergleich: Ein Spieler mit 50 % FG% und 75 % Freiwurf‑Quote kann dank dieser Kombi eine TS% von rund 58 % erreichen – deutlich über dem bloßen Feldwurf‑Wert. Das ist die Art von Insight, die Trainer und Analysten suchen, um echte Scorer zu identifizieren.
Stell dir Steph Curry vor. Seine FG% liegt oft bei 45 %, aber dank der Dreier und der hohen Freiwurf‑Quote klettert die TS% auf über 65 %. Das ist nicht nur eine Zahl, das ist ein Statement darüber, wie er das Spiel stretcht, wie er Räume schafft und wie er das gesamte Offensive‑Repertoire ausnutzt.
Gegenüber steht ein Spieler, der 55 % FG% hat, kaum Dreier wirft und an der Linie 60 % trifft. Der TS% sinkt auf rund 52 %, was zeigt, dass die hohe Feldwurf‑Quote ein Trugbild ist. Ohne TS% würdest du diesen Unterschied nicht sehen.
Wenn du dein Scouting‑Report schreibst, wirf das alte FG%-Schema über Bord. Nutze TS% als Kernmetriks. Das ermöglicht dir, Spieler zu spotten, die vielleicht nicht die höchste Feldwurf‑Quote haben, aber durch Dreier und Freiwürfe enormen Wert schaffen. Und das ist das, was auf dem Platz den Unterschied macht: Effizienz, nicht nur Genauigkeit.
Hier ein Tipp für dich: Schnapp dir jede TS%-Zahl aus der Datenbank von basketballergebnisse.com, filter nach Spielern mit über 60 % TS% und setz die in dein nächstes Line‑up. Du wirst sofort sehen, wer wirklich das Spiel beeinflusst.
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